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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Das Date mit der Kreolen-Roswitha
Eingestellt am 02. 06. 2016 15:14


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Dieses Thema ist 2 Seiten lang:    1   2  
Hagen
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Das Date mit der Kreolen-Roswitha

Das von Erwin angeforderte Taxi kam, als er gerade vor das Haus trat. Eine Kollegin saß drin, ‚Kreolen-Roswitha‘, wie sie unter Mitarbeitern genannt wurde, weil sie stets Kreolen der unterschiedlichsten Formen trug, die ihr auch ausgezeichnet standen.
„Hai, Erwin“, sagte sie, als Erwin einstig, „ich hab‘ schon gehört, du hast die Ortskundeprüfung bestanden. Meinen Glückwunsch! Du bist jetzt ein vollwertiger Kollege. Dann wollen wir heute Abend mit einem Gläschen Sekt anstoßen?“
„Ich weiß noch nicht, aber Morgen ganz bestimmt. Fahr mich doch mal eben in unser Vereinsheim. Weißt du wo das ist?“
„Erwin, ich fahre hier in diesem Kaff seit sieben Jahren Taxi! Da kenne ich mich ein bisschen aus!“
„Ja natürlich. Da habe ich ja noch allerhand nachzuholen. – Meine Schwiegermutter ist nämlich verschwunden und jetzt macht meine Frau eine Mordswelle. Irgendein Polizist will sich das mal ansehen.“
„Häh?“, Kreolen-Roswitha fuhr los, „was hat der denn damit zu tun?“
„Naja, meine Frau hat eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Ich habe außerdem im Vereinsheim gepennt, weil ich die Nörgeleien der beiden Frauen nicht mehr abkonnte.“
„Ich verstehe jetzt gar nichts mehr.“
„Entschuldigung, tut mir leid, die Geschichte ist etwas länger, aber ich kürze sie soweit möglich. – Meine Schwiegermutter ist uns besuchen gekommen. Hab‘ du mal zwei nörgelnde Frauen zuhause! Ständig finden die was zu meckern, ich konnte es einfach nicht mehr aushalten. Da bin ich zum Schlafen ins Vereinsheim gegangen. Meine Schwiegermutter soll aus irgendeinem Grund hinterhergekommen sein, ist im Vereinsheim aber nie erschienen und seitdem spurlos verschwunden.“
„Hm, wenn das so ist, wird sie schon irgendwann wieder auftauchen. – Pennst du heute wieder ganz alleine im Vereinsheim?“
Die Frage traf Erwin etwas unvermittelt, zumal die Kreolen-Roswitha ihre Sonnenbrille nach oben in die Haare schob, verschmitzt lächelte und ihre rechte Hand derart auf den Automatikhebel des Taxis legte, dass ihre Brüste gut zu sehen waren.
„Natürlich“, antwortete Erwin. Ihm wurde etwas trocken im Hals. „Wenn nichts Wesentliches dazwischen kommt.“
„Was soll den dazwischen kommen? Vielleicht besuche ich dich mal. – So, wir sind schon da. Ei verflucht, jetzt habe ich glatt vergessen, die Uhr einzuschalten …“
„Macht nix.“ Erwin gab der Kreolen-Roswitha fünf Euro, „ich danke dir! Mögen die Straßen vor dir stets frei und eben sein!“
Die Kreolen-Roswitha lächelte mit entblößten Schneidezähnen und warf Erwin einen Kussmund zu, als er ausstieg.
„Wir sehen uns!“
Die Kreolen Roswitha winkte durch das geöffnete Fenster als sie davon fuhr. Erwin sah ihr nach, bis sie um eine Kurve bog.
‚Na, die Sache lässt sich ja dynamisch an‘, dachte er, ‚wenn Irmgard verreist ist, ist mit der Kreolen-Roswitha bestimmt was zu machen, ich sollte es mal ganz vorsichtig antesten. – Ob sie wohl einen BH an hatte? Eigentlich dachte ich, dass mit meiner Pensionierung alles zu Ende ist, aber es scheint ja jetzt erst richtig loszugehen!‘

„Feierabend!“, sagte Erwin laut und stellte zunächst den Sekt und die Margarine in den Kühlschrank, sowie die Kaffeemaschine darauf, die Stereoanlage an und wieder auf den Klassiksender, die Teller ins Regal und die Bestecke dazu.
Dann putzte er sich die Zähne und setzte den ersten Kaffee an, richtigen Betonkaffee, den Irmgard verabscheute, wegen ihres Herzens, und ihm immer einen halbstündigen Vortrag darüber hielt, wenn er den Kaffee etwas stärker kochte, als sie es gewohnt war. Es musste ja nicht immer Bier sein. Er stellte fünf Kaffeebecher ins Regal und einen auf den Tisch.
‚Eigentlich‘, dachte Erwin und setzte sich, ‚könnte ich wirklich hier mal sauber machen, aber Scheiß drauf, das mache ich morgen! Ich bleibe die Nacht nochmal hier im Vereinsheim, falls die Kreolen-Roswitha mich tatsächlich besuchen kommt. Wenn nicht, kann ich in himmlischer Ruhe hier pennen.‘




Er stand wieder auf und brachte die leeren Bierkästen in den Schuppen. Als er wiederkam, war der Kaffee durch, Beethovens ‘Eroica‘ füllte den Raum und es duftete fantastisch.
Erwin trank Kaffee, lauschte der Eroica und rauchte eine Zigarette dazu.
‚Jetzt‘, dachte er, ‚könnte die Kreolen-Roswitha eigentlich kommen, das wäre schön.‘
Die Kreolen-Roswitha kam tatsächlich.
Sie fuhr ihren Micra derart auf den Rasen vor dem Vereinsheim, dass die Scheinwerfer in das Fenster leuchteten, in dem Licht war. Sie schaltete noch mal das Fernlicht ein, frischte ihr Parfum noch ein wenig auf, wartete einen Moment, schaltete das Licht aus und stieg divenhaft aus ihrem Wagen. Erst das linke Bein, so dass Erwin, der inzwischen an das Fenster getreten war, gerade eben noch sehen konnte, dass sie Straps trug, dann das rechte Bein. Sie verharrte einen winzigen Moment, kam mit dem Oberkörper heraus, winkte in Richtung des Fensters, stieg geschmeidig ganz aus und zog ihr glitzerndes, schwarzes Minikleid so weit wie möglich herunter. Dann ging sie mit wiegendem Hintern nochmal um ihren Wagen, öffnete die Beifahrertür, nahm einen ebenfalls schwarzen Cardigan und ein Handtäschchen heraus, warf den Cardigan mit der linken Hand nonchalant über die Schulter, und kickte die Tür mit dem Hintern zu. Sie schüttelte ihre Haare, ging noch mal mit wiegendem Hintern um ihren Wagen, zog den Schlüssel ab, knallte die Tür wieder mit dem Hintern zu, verschloss ihren Wagen, tat den Schlüssel in ihre Handtasche, straffte den Rücken, schüttelte ihre Haare noch mal mit weit in den Nacken gelegten Kopf und kam mit wiegenden Hüften langsam auf des Vereinsheim zu.
Erwin schluckte trocken und ging aufmachen. Das Timing war fast perfekt, er öffnete die Tür in dem Moment, in dem die Kreolen-Roswitha noch ein paar Schritte vom Heim entfernt war.
„Hallo Roswitha“, sagte Erwin eine Spur zu früh, „toll siehst du aus! Herzlich willkommen in meinem bescheidenen Heim.“
„Hallo Erwin“, Roswithas Stimme klang rauchig, etwas gekünstelt rauchig. Sie ließ ihre Kreolen schaukeln und hielt ihm die Hand zum Kuss hin.
Erwin gab ihr einen Schmätzer auf den Handrücken.
„Entschuldige“, sagte er, „aber seit der Tanzstunde habe ich das nicht mehr gemacht. Wann denn auch?“
„Macht nix“, meinte Roswitha und blieb stehen.
„Ach, so“, sagte Erwin, „komm doch bitte rein, herzlich willkommen. Fühl dich wie zuhause.“
„Danke.“
Roswitha setzte sich in Bewegung, langsam und mit leichtem Straucheln, dass Erwin sie stützte. Dabei stieß sie einen Duft wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht, der bis zum Bersten mit Rum und Gewürzen, Blumen, Hölzern und Harzen gefüllt waren, ab.
‚Boh‘, dachte Erwin, ‚diese Frau ist doch mal was anderes als Irmgard, die immer nur nach Eau de Cologne oder Maiglöckchen riecht. – Und permanent meckert.‘
Erwin nutzte die Gelegenheit, aus der Bewegung heraus küsste er Roswitha. Heiß und mit intensivem Zungeneinsatz, ein Kuss, wie er ihn schon lange vermisst hatte. Sie erwiderte den Kuss und gab einen stöhnenden Laut von sich, ihr Cardigan glitt zu Boden, sie schlang die Arme um ihn und setzte noch einen heftigen Kuss nach, so rasend und stürmisch, dass Erwin schwindelig wurde.
„Oh Mann“, seufzte Roswitha noch einer gefühlten Ewigkeit, „du gehst aber ran!“
„Ja“, japste Erwin, „ich bin dahingehend total ausgehungert.“
„Ich auch. – Immer nur Besoffene im Taxi, und jeder zweite versucht mich anzubaggern. – Ach egal, jetzt bin ich hier und will es genießen.“
Roswitha ging mit wiegenden Hüften weiter in das Vereinsheim, dabei verströmte sie berauschende Duftkompositionen mit einem Schuss Rum und Absinth in der Kopfnote. Abgerundet durch die verlockende Wärme von Safran entfaltete sich nach und nach ein opulentes, florales Bouquet aus Rose, Jasmin und Ylang Ylang.
Erwin nahm den Duft auf, genoss ihn und atmete tief ein.
Die Kreolen-Roswitha ging weiter und ließ sich so lasziv auf dem Sofa nieder, dass Erwin sehen konnte, dass sie ein Höschen aus schwarzer Spitze und Straps trug. Er schluckte trocken, nahm den Cardigan vom Boden und legte ihn auf einen Stuhl.
„Darf’s vielleicht ein wenig Sekt sein?“
„Natürlich“, gurrte Kreolen-Roswitha mit tiefer Stimme und schaukelnden Kreolen, streifte ihre Espadrilles von den Füßen und zog die Beine auf das Sofa „aber nicht, dass wir uns betrinken, wie die Zahnärzte auf dem Kongress neulich. Die sollen nämlich versucht haben, sich im Suff anschließend gegenseitig die Zähne zu ziehen.“
„Sowas machen wir natürlich nicht!“, meinte Erwin nahm eine Flasche Sekt aus dem Kühlschrank und fummelte an dem Verschluss herum.
„Ich bin da auch ein Wenig aus der Übung“, sagte er, „wir trinken hier eigentlich nur Bier. – Apropos, wir haben hier auch nur Pilsgläser, aber das ist ja fast das Gleiche. Eigentlich wäre ja jetzt und für dich Champagner angebracht!“
„Eben!“ Die Kreolen-Roswitha schüttelte ihre Haare, ließ die Kreolen schaukeln und verströmte dabei einen Wirbelwind voller Energie und Vitalität, der Zartheit des Jasmins und der warmen Präsenz von Teakholz, „aber das machen wir dann das nächste Mal ...“
Der Korken der Sektflasche löste sich mit einem Leisen ‚Plop‘ und es sprudelte über. Erwin stellte die Flasche auf den Tisch, holte die Gläser vom Regal und schenkte langsam ein.
„Chin-Chin“, sagte die Kreolen-Roswitha und hob ihr Glas, „Stößchen!“
„Trinke Liebchen, trinke schnell, trinken macht die Äuglein hell, rötet deinen süßen Mund. Sekt zu trinken ist gesund!“, lächelte Erwin, setzte sich zu ihr und stieß an. Sie tranken und küssten, nach dem zweiten Glas streichelte Erwin Roswithas Brüste, sie ließ es geschehen, verströmte bei jeder Bewegung ihren betörenden Duft, und von Harry James der ‘One Night Stand’ rieselte in den Raum.
Sie tranken, küssten und streichelten. In einem Anfall von Kühnheit streifte Erwin sogar das Oberteil ihres Kleides herunter und legte Roswithas Brüste frei, und sie ließ es geschehen. Als die Flasche fast leer war, öffnete Roswitha zärtlich Erwins Hose und holte sein Glied heraus.
„Iiii“, rief sie plötzlich, nicht mehr mit tiefer Stimme, „der ist ja mindestens drei Tage nicht gewaschen! Da vergeht mir ja alles!“
Sie sprang auf, streifte das Oberteil ihres Kleides bis zu Anschlag hoch, nahm ihre Handtasche, ihren Cardigan und ging.
Nur ihr Duft blieb noch zurück, das exotische Reich der Sinnesfreude, in dem die kostbarsten Güter ihres Parfums ihren Ursprung hatten.
‚Egal‘, dachte Erwin, ‚die ‘Operation Eagle claw‘ im Jahre 1980 hat ja auch nicht geklappt. Die Sea Stallions erreichten Desert One verspätet, weil sie durch einen Habub, einen Sandsturm, verlangsamt wurden.‘
Er füllte den restlichen Inhalt von Roswithas angetrunkenem Glas in seins, füllte den Rest der Flasche dazu und trank das Glas aus.
‚Schmeckt eigentlich gar nicht schlecht, das Zeugs‘, dachte er während er seine Hose wieder schloss, die leere Sektflasche neben den Kühlschrank stellte und sich zwei Bier rausnahm. Aus den Augenwinkeln sah er, wie die Kreolen-Roswitha ihr Auto wendete und davon fuhr.
Er sah ihr nicht traurig nach, irgendwie war er es gewohnt, im letzten Moment abgewiesen zu werden.



Version vom 02. 06. 2016 15:14

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Walther
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Ist der Lümmel nicht gewaschen, will dich keine Frau vernaschen.

gute idee, gute sprache,

lieber Hagen,

aber das geht mir am ende ein wenig zu schnell und zu glatt. dein prot. scheint null erkenntnis zu gewinnen.

ich habe so ein bauchgefühl, da ginge mit (ein) wenig aufwand mehr (geschichtsspezifisch ).

lg W.
__________________
Walther
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Hagen
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Hallo Walter,
danke für die Beschäftigung mit meinem Text
und die wohlmeinende Kritik.

Mein Protagonist hat sehr wohl Konsequenzen aus dieser leider etwas verunglückten Situation gezogen!
Bei Interesse bitte ich Dich mal kurz bei den Kurzgeschichten reinzuschauen.
Die Episoden

'Vorleben einer Taxifahrerin'
und 'Wohin mit der Leiche?'

handeln von den gleichen Protagonisten.
Von 'Erwin dem Taxifahrer' findest Du unter dieser Rubrik weitere Episoden.

Ich habe diese Sequenzen mal aus einem längeren Roman ausgekoppelt, etwas für die LL bearbeitet und zum Testen eingestellt.

Mal sehen, wie es ankommt.

In diesem Sinne!

Wir lesen uns!

Herzlichst

yours Hagen


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nichts endet wie geplant!


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Walther
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OK, liebster Hagen,

was man nicht weiß, kann man nicht herauslesen. mehr sagte ich nicht . woraus folgt: es fehlt was.

lieber gruß W.
__________________
Walther
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Hagen
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OK, liebster Walther
so sieht's aus!
Mehr konnte ich leider aus dieser Episode nicht rausholen,
aber es gibt ja noch mehr davon!

Wir lesen uns!

Herzlichst
yours Hagen



_______________________
Wenn Du ein 'Licht am Ende des Tunnels' siehst und diesem zustrebst, wirst Du - nachdem eine Rückkehr unmöglich ist - feststellen, dass es sich um den Scheinwerfer eines nahenden D-Zuges handelt.

Merke: In Eisenbahntunnels sind selten Notfallbuchten vorgesehen!

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Metino
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Nette Geschichte!
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Morgen ist ein anderer Tag

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