Buntschatten und Fledermäuse
Mein Leben in einer anderen Welt
biografisch, 375 Seiten, 9,90 Euro (Paperback)
Goldmann, 2004
ISBN 3-442-15244-5
Innenansichten eines Autisten - von der frühen Kindheit bis zum Ende der Schulzeit
aus dem Verlagslext:
"Das Leben im Autismus ist eine miserable Vorbereitung für das Leben in einer Welt ohne Autismus. Die Höflichkeit hat viele Näpfchen aufgestellt, in die man treten kann. Autisten sind Meister darin, keines auszulassen."
Dieses Buch dürfe es genau genommen gar nicht geben, denn Sprachlosigkeit und Unfähigkeit zu kommunizieren sind die Merkmale eines Autisten. Als kleiner Junge kann Axel Brauns zwar hören und mit den Lippen Laute formen, aber er versteht nicht, was Menschen zum Sprechen und Handeln motiviert und was ihren Worten, Gesichtern und Gesten Bedeutung einhaucht: Gefühle.
"Bis 29 habe ich in einer Welt gelebt, in der es genau einen Menschen gab, nämlich mich. Erst dann habe ich gelernt, dass ich ein Teil der Welt bin."
mein Kommentar:
Axel Brauns gewährt einen tiefen Einblick in seine Welt, in der sein Inneres - unter immensen Schwierigkeiten und zahlreichen Irritationen - lernte zaghaft mit Personen außerhalb seines Ichs Kontakt aufzunehmen. In den kurzen Episoden seines Lebensrückblicks eröffnen sich viele Facetten, die Welt auf andere/neue Art wahrzunehemen. Dieses Buch zeigt, dass ein Leben jenseits von (gesprochener) Sprache oder 'Normalität' keineswegs öde oder farblos ist. Es macht Mut, Menschen, die etwas anders sind als die meisten, mit ihrer besonderen Persönlichkeit wahrzunehmen.
Ein schönes Buch, auch gut für immer mal zwischendurch drin zu lesen.
irgendwie passt es nirgends perfekt rein, und genau das gehört zum Zauber dieses Buches.
Axel Brauns
Buntschatten und Fledermäuse
Mein Leben in einer anderen Welt
ISBN: 3-442-15244-5
Ein Asperger - Autist beschreibt, wie er sich eine Brücke in die Welt der "maren" Menschen geschlagen hat und erinnert sich dabei in wundervoll poetischer Sprache an Kindheit und Jugend. Um seine eigene Welt, sein Empfinden, Wahrnehmen und Denken überhaupt beschreiben zu können, hat er sehr viele neue Begriffe erfunden oder altbekannte in neuer Weise gebraucht.
Eine berührende Geschichte, verstörend und fesselnd.
"Wie heißt die Hauptstadt von Freundschaft?"
Hoffnungsschimmer für alle Eltern autistischer Kinder. Vielleicht werden sie niemals lächeln lernen, aber man darf nie aufhören zu wissen, dass es eine Welt hinter ihrem Schweigen gibt.
aleanjre, 25.05.2004
Silbereule, 09.05.2004
