Der Puppengräber
Roman, 400 Seiten, 8,90 Euro (Paperback)
rororo, 1999
ISBN 3-499-22528-X
Psycho-Krimi um einen geistig behinderten jungen Mann
Der geistig behinderte Ben wächst umsorgt von seiner Mutter in ländlicher Umgebung auf. Als in dem Dorf mehrere junge Mädchen verschwinden, haben einige insgeheim Ben in Verdacht, vor allem, weil der gerne nachts durch die Felder und ein Wäldchen streunt. Aber es gibt dort auch ein paar Hitzköpfe, die sich gerne mal mit einem jungen Mädchen vergnügen (würden) ... Weiß etwa Ben mehr, als er mit seinen wenigen Worten ausdrücken kann?
Ein Buch, das unter die Haut geht. Neben den größeren und kleineren 'Sünden' der Dorfbewohner wird besonders Bens Familie beschrieben: Der Vater, der sich nur zu gerne seiner Verantwortung für den 'mißratenen' Sohn entziehen würde, die älteren Schwestern, die sich ihres Bruders schämen und rasch eigene Wege gehen, die Mutter, die pausenlos in Sorge um ihren Sohn ist, besonders, als er heranwächst und seine Kräfte nur schwer kontrollieren kann, die ihn vor Verdächtigungen schützen will und ihn dennoch in seiner sprachlosen Welt allein läßt, und die während der nervenzehrenden Ermittlungen mit ihren Kräften endgültig am Ende ist.
Ein Buch, dass man nicht vor der letzten Zeile aus der Hand legen mag.
Silbereule, 07.05.2004
