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Der Adler ist gelandet



Der zweite Weltkrieg. Als die deutsche Abwehr durch einen Spion erfaehrt, das sich der britische Premier Winston Churchill ein Wochenende an der englischen Ostkueste aufhalten wird, beschliesst das Oberkommando ein gewagtes Unternehmen. Eine Fallschirmjaeger-Einheit, unter dem Veteranen Oberstleutnant Steiner, soll in Grossbrittanien abspringen und dem Churchill gefangennehmen und nach Berlin bringen.

Ein durchaus interessantes Buch, bei dem ich aber vor allem aufgrund der Perspektive skeptisch war. Kommandounternehmen der Allierten sind der Normalfall, aber ein deutsches? Das kann eigentlich nur funktionieren, wenn die Haupt-Protagonisten keine Nazis sind und genau diesen Weg geht Higgins. Steiner ist in Ungnade gefallen, als er ein juedisches Maedchen vor dem Tod rettete, der Ire Devlin nicht mal Deutscher und mit ganz anderen Zielen und der Rest der Eingreiftruppe sind normale deutsche Soldaten. Ein alter Trick, der auch in vielen Hollywood-Filmen benutzt wird, aber er funktioniert eben.

Was das Buch ansich angeht, so hat es bei mir einen gespaltenen Eindruck hinterlassen. Buecher mit vielen Seiten sind nicht immer gut. So fand ich den ersten Teil des Buches auch eher uninteressant, da er sich bloss mit der Vorbereitung der Unternehmung beschaeftigt. Vorteil ist dabei allerdings, das genuegend Zeit ist, damit die Charaktere naeher beleuchtet werden koennen.

Im Mittelteil des Buches wird dann umgeschwenkt auf den Charakter Liam Devlin. IRA-Terrorist auf Seiten der Deutschen, der in dem kleinen Dorf eingeschleust wird und sich mit der Bevoelkerung anfreundet. Nett gemacht, zudem mit einer lesbaren Liebesgeschichte. Ausserdem mehr Agententhriller.

Wirklich spannend wird es aber vor allem danach, naemlich als das Unternehmen endlich startet. Ich habe das Buch in diesem Teil garnicht aus der Hand legen koennen, weil sich die Ereignisse wirklich ueberschlagen. Leider haelt sich das nicht ganz bis zum Ende, was ich hier auch nicht verraten will, sonst ist der Witz weg, aber fuer meinen Geschmack war es dann doch etwas zu uebertrieben.

Vielleicht noch zu erwaehnen. Der Roman wurde mit vielen Topstars verfilmt, unter anderem Michael Caine, Robert Duvall, Donald Sutherland und Donald Pleasence. Obwohl man sich sehr nahe in die Romanvorlage gehalten hat, fand ich es in Filmform aber eher platt.

Rollinhand, 08.05.2005