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Arnes Nachlass

Erzählt wird die Geschichte des Jungen Arne, einziger Überlebender eines Familiendramas, der von einer Adoptivfamilie in Hamburg aufgenommen wird. Dort entwickelt sich zwischen ihm und Hans, der einige Jahre älter ist und mit ihm das Zimmer teilt, eine tiefe Freundschaft. Das Verhältnis zu den anderen beiden Geschwistern der Familie bleibt eher distanziert und problematisch. Dies hat seinen Grund vor allem darin, dass Arne „irgendwie anders" ist als andere Kinder. Seine außergewöhnliche Sprachbegabung, tiefe Empfindsamkeit und Einfühlsamkeit sichern ihm zwar die Protektion und Zuneigung der Erwachsenen, dennoch gelingt es ihm nicht, in die Clique der beiden jüngeren Geschwister aufgenommen zu werden. Hinzu kommt eine stille und unerwiderte Liebe. Um doch noch in die Clique aufgenommen zu werden, beteiligt er sich an einem kriminellen Dumme-Jungen-Streich und verliert, als die Sache auffliegt, nun auch die Wertschätzung der Erwachsenen, was ihn endgültig zerbricht. Dieses Buch von Siegfried Lenz ist eine kleine Perle. Eine ruhige, reflexive Erzählstruktur, der Hamburger Hafen als stimmungsvoller Hintergrund, reiche innere Bilder der handelnden Personen und der Verzicht auf aufgeregte Action bestimmen die Qualität der Erzählung. Es ist die Geschichte eines von der Natur begünstigen Menschen, der trotzdem am Leben scheitert.

Sabine, 03.12.2002


Arnes Nachlaß ist echt super... Es ist sehr einfühlsam und behutsam, mit vielen klaren Stimmungen und Bildern geschrieben. Den letzten Satz des Buches kann ich seit ich es vor 3,5 Jahren gelesen habe, auswendig, wiel er so schön ist. Er fasst die Stimmung, die in dem Buch immer wieder hochkommt, ganz gut in Worte.

Konny, 25.11.2003