Es lässt sich jetzt sicher darüber streiten, mit welcher Lektüre man am besten seine Urlaubstage verbringt. Ich persönlich gestalte meine Lesevorlieben nicht nach den äußeren Bedingungen, schon gar nicht nach einem Ort. Insofern kann ich mir einen Kriminalroman auch während der freien Tage, auf Reisen vorstellen. Vielen aber scheint das, obwohl sie sonst sehr gerne spannungsgeladene Stücke lesen, eher nicht so geeignet. Für diese haben sich die beiden Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr – sonst eher für Provinzkrimis zuständig – mal an einer anderen Materie versucht. „In der ersten Reihe sieht man Meer“ ist eine lustige Komödie, die Bestandteile eines Roadmovies und der guten alten Sehnsucht nach der eigenen Jugend enthält.
Jonas Jonasson klingt vom Namen her schon recht unterhaltsam. Ebenso einprägsam sind die Titel seiner Werke, die im gewissen Maße hohen Wiedererkennungswert ausstrahlen. So war es beim Debüt „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster steig“ und so ist es auch beim neuesten Stück „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“. Wieder einmal erlebt man den schwedischen Starautor mit all seiner Klasse, der unnachahmlichen Erzählweise, einer in sich vollkommen skurrilen Geschichte und eine wundersamen Sprache, die jeden Leser magisch anlockt. So ist es schon jetzt, kurz vor der Veröffentlichung, klar, dass dieses Werk sich zum Bestseller aufschwingen wird.
General Kai ist ein echte Bösewicht. Eigentlich hatte man ihn in die Verbannung geführt, doch in der chinesischen Geisterwelt bleibt so mancher ungebetener Gast existent. So raubt er Großmeister Oogway das Chi und kehrt schließlich in die reale Welt zurück. In die Welt, in der der legendäre Drachenkrieger darauf wartet, ihm auf ewig den Gar auszumachen. Jener mysteriöse Gegner ist Po, der „Kung Fu Panda“, den wir im Kino bereits in zwei Teilen kennen und lieben lernen durften. In dieser Woche wagt er sich zurück auf die Schaubühne und bekommt in „Kung Fu Panda 3“ endlich einen lang ersehnten Wunsch erfüllt.
Das ist schon etwas ungewöhnlich, wenn eine Autorin sich in einem Genre versucht, in dem sie bisher so gar nicht Fuß gefasst hat, weil sie eher für andere Lektüre bekannt war. So ein Versuch, mal ein wenig über die Grenzen hinweg zu schwimmen, kann bitter in die Hose gehen, man spürbar an Glaubwürdigkeit verlieren. Nun steht Dora Heldt eher für die seichte Urlaubslektüre, die man mal am Strand durchliest, wenn man die Seele etwas baumeln lassen möchte. Dafür kennen wir sie und dafür haben wir sie lieben gelernt. Ein Kriminalroman aus ihrer Hand hätte man da nicht unbedingt erwartet. Zur Überraschung vieler hat sie nun „Böse Leute“ vorgelegt. Zu meiner Überraschung damit überzeugen können.
Jojo Moyes – diesen Namen verbindet man seit ein paar Jahren mit einfühlsamer, wirklich gefühlvoller Lektüre. Mit ihren Romane trifft sie die Lesebedürfnisse vieler, schenkt ihnen Erzählungen, die zum Nachdenken anregen, flüssig zu lesen sind und sich stets besonderen Einzelschicksalen widmen, die letztlich allgemeine Gültigkeit genießen. In ihrem neuesten Werk „Über uns der Himmel, unter uns das Meer“ bietet der Zweite Weltkrieg bzw. die Jahre unmittelbar danach den entscheidenden Rahmen. Moyes zeigt, wie schwer es nach den Grausamkeiten der unmittelbaren Vergangenheit ist, so einfach mit dem alten Leben weiterzumachen und an das Vorherige anzuschließen.
Ja, Menschen sterben und ja mit 84 Jahren schaut man vermutlich auf ein langes, ein erfülltes Leben zurück. Dennoch, auch ohne ihn persönlich gekannt zu haben, reißt der Tod von Umberto Eco ein tiefes Loch in mein literarisches Leben. Ich habe all seine Werke verschlungen, jedes einzelne von ihnen mit Freude und Enthusiasmus gelesen. Eco hat sich, und das ist in den letzten Jahren dank „Der Friedhof in Prag“ und „Nullnummer“ deutlich geworden, seinen hellen Geist bis ins hohe Alter erhalten. Dieser war auch schon bei „Baudolino“ – seinem Mittelalter-Schelmenroman – zu erkennen.
Ein Unbekannter holt einen eingefrorenen Finger aus dem Tiefkühler, leckt zunächst genüsslich dran, knabbert später drauf herum. Er erlebt die Tat ein zweites Mal. Die Tat, bei der er einen menschlichen Leib fein proportioniert auseinandersäbelte. Es macht ihn sogar an, befriedigt ihn, wenn seine Zähne auf harte Knochen treffen. Schon der Aufgesang in „Die Ernte des Bösen“ – dem neuen Roman von Joanne K. Rowling, die neuerdings als Robert Galbraith verfasst – zeigt, wohin die Reise im dritten Fall von Cormoran Strike geht. Es wird mal wieder rasant und teilweise sehr sadistisch. Strike erweist sich einmal mehr als grandioser Ermittler, der auch auf eine tolle Assistentin zurückgreifen kann.
Ob sie nun ein wirkliches Indiz für den großen Wert eines Schriftstücks sind oder eben nicht, sei einmal dahingestellt. Dennoch aber sind Literaturpreise sehr begehrt und häufig ein Türöffner für noch mehr Leser. Nis-Momme Stockmann könnte in knapp einem Monat eine solche Trophäe abräumen. Er ist einer der fünf Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich Belletristik. Der 34-Jährige aus dem kühlen Norden geht mit „Der Fuchs“ an den Start. Nicht wenige Experten trauen ihm zu, eine der ehrenvollsten Literaturpreise des Landes abzusahnen. In der Tat zeigt sich seine Erzählung als eine mit viel Tiefe und der nötigen sprachlichen Klasse.
Franz Eberhofer ist ein wirklich sonderbarer Kauz. Der Chef-Ermittler aus Bayern ist ein Typ wie der Bulle von Tölz, ebenso ein Genießer jeglicher Leckereien und ebenso eine herausragende Spürnase. So hat der Protagonist von Rita Falks Dorfkriminalromanen schon so manchen Fall gelöst. Selbst die gewieftesten Gangster hat er überführen können. Das soll ihm nun auch in „Leberkäsjunkie“ gelingen. Rita Falk, die dreifache Mutter und Ehefrau eines Polizeibeamten, schickt ihn da in sein bisher heikelstes Abenteuer, Eberhofer wird nämlich seine Energiequelle genommen.
In diesem Jahr könnte es endlich soweit sein. Wenn es bei den Academy Awards so zugeht, wie alle erwarten, dann sammelt Leo DiCaprio 2016 endlich seinen ersten Oscar als Bester Hauptdarsteller ein. An den Start geht er mit dem Drama „The Revenant“. Den Golden Globe gab es dafür bereits und selbst die hartnäckigsten Kritiker scheinen sich mittlerweile damit abgefunden zu haben, dass DiCaprio in diesem Jahr endlich den lang ersehnten Triumph einheimst. Die Geschichte, der er dann im Februar womöglich die größte Auszeichnung seiner Karriere zu verdanken hat, stammt von Michael Punke und funktioniert auch als literarisches Werk sehr gut.