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    Der Grenz-Gänger

    Von donkelmann | 19.März 2006

    Deutsch-deutsche Begegnungen der alltäglichen Art, eingefangen an der ehemaligen Grenze der beiden einstmals getrennten deutschen Staaten.

    Mit seinem Spürsinn für die vielen kleinen Details begab sich der Autor auf die Wanderschaft, um die Menschen hüben wie drüben auf thüringer, bayerischer oder hessischer Seite nach ihren Sorgen und Nöten gleichermaßen wie nach ihren Freuden und Erfolgen zu befragen. In seiner ihm typischen Art bleibt er nicht unparteiisch nebenbei stehen, sondern lässt seine Gefühle und Gedanken in die Gespräche und in das Buch einfließen. Der Stil der Berichterstattung hält den Leser bei der Stange. Man ist gespannt, wem der Autor noch begegnet und welche Ansichten über das Zusammenleben der in unterschiedlichen Gesellschaften aufgewachsenen Menschen noch mitgeteilt werden. Interessant war für mich die Tatsache, dass sich in den fünfzehn Jahren nach der Einheit diese eher auseinander divergiert hat als es zu Beginn der Fall war. Immer wieder kehrt in abgewandelter Version der Satz zurück: Damals, gleich nach der Wende konnte man mit Ossis/ Wessis noch reden. Ein Satz, der links wie rechts des ehemaligen Grenzstreifens ausgesprochen wird. Darinnen sind sich beide Seiten völlig einig.

    Die deutsch-deutsche Befindlichkeit nach fünfzehn Jahren Einheit ist aber nur ein Aspekt, der das Buch lesenswert macht. Ein anderer, ebenso interessanter, ist das Leben in einer Region, die zur Zeit der Grenze einen ganz besonderen Menschenschlag hervorbrachte. Auf beiden Seiten lebte man am Rand des Landes. Ob es sich dabei auf thüringer Seite um die für nicht alle DDR-Bürger zugängliche Sperrzone handelte oder auf bayerisch-hessicher Seite um den etwa 50 Kilometer breiten Streifen des Zonenrandgebietes. Auf beiden Seiten gab es jahrzehntelang keinen Durchgangsverkehr. Für die Menschen in diesen Regionen war die Grenzöffnung ein besonderer Umbruch in ihrem Leben, mehr als im Leben anderer Deutscher. Wie sie dies heute betrachten und verarbeitet haben, ist vom Autor aufschlussreich und amüsant beschrieben worden und mindestens genauso unterhaltsam wie das ständige Ost-West-Geplänkel.

    Der Grenz-Gänger
    Landolf Scherzer
    Sprache: Deutsch
    Gebundene Ausgabe – 394 Seiten – Aufbau-Verlag
    Erscheinungsdatum: Oktober 2005
    Auflage: 3., Aufl.
    ISBN: 335102603X
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